Hallo liebes Tagebuch, …
Das wird jetzt kein typischer Blogbeitrag. Keiner, in dem ich Mehrwert rausgebe, Tipps ausbreite oder eine Herangehensweise erkläre. Es werden ganz persönliche Gedanken, die ich publizieren möchte — der Welt zur Verfügung stellen möchte. Weil ich darauf vertraue, dass daraus etwas entsteht. Das hier ist nicht nur für mich geschrieben. Das ist fürs Universum.
Also.
Ich grabe gerade etwas aus. Ich weiß noch nicht genau, was es wird. Aber ich merke, dass es raus will — also lasse ich es raus.
Es geht um eine Umstrukturierung. Nicht die Art, bei der man eine neue Webseite baut oder sein Angebot umschreibt. Sondern die darunter. Die Suche selbst.
Wie verstehe ich mich, wenn ich mich nicht mehr definiere über das, was ich kann?
Wie verstehe ich mich, wenn ich nicht mehr alles zeigen muss, nicht mehr alles sagen muss — sondern einfach nur sein darf?
Wie wirke ich? Wie schlage ich Wellen, ohne die Wirkung sehen zu müssen?
Denn unbestreitbar ist Wirkung immer da. Immer, immer, immer.
Ich komme aus einer Welt, in der die Rechnung sehr kurz ist. Ich setze etwas um. Ich sehe, was es bewirkt. Direkt. Unmittelbar. Weil ich an der Tätigkeit gebunden bin. Webseite gebaut — Webseite steht. Automation eingerichtet — läuft. Newsletter verschickt — Zahlen kommen. Das ist greifbar. Das kann ich zeigen. Das gibt mir Sicherheit.
Aber irgendwas in mir fragt seit einer Weile: Und dann?
Wie komme ich dahin, dass meine Seele fließen darf? Dass ich fürs Kollektiv diene, statt immer im Eins-zu-eins die Wirkung abzuzählen? Dass ich explorativ weitergehen kann — Sachen in der Tiefe baue und anderen helfe, das für sich selbst zu erkennen und selbst zu bauen?
Wie kann hier etwas entstehen — eine Gruppe, ein Raum, der sich gegenseitig befruchtet, gegenseitig stützt? Der genau dieses lichtdurchflutete Business aufbaut, das ich spüre, aber noch nicht greifen kann?
Gleichzeitig drängt sich eine Frage in den Raum: Es gibt nicht nur Licht.
Wenn ich jetzt alles schönrede und genau in diese Richtung gehe, bleibt ja trotzdem eine Art Dualität. Wer sagt denn, dass gut und böse existiert? Wer sagt denn, dass etwas dienlich oder nicht dienlich ist?
Wer sagt denn, dass das, was ich in den letzten Wochen, Monaten, Jahren gemacht habe, definitiv nicht gut war?
Soweit bin ich schon, dass ich verstehe: Dinge sind so, wie sie sind. Und sie sollen genau so sein. Diese Erfahrungen dürfen gemacht werden — oder müssen gemacht werden. Wenn nicht in diesem konkreten Fall, dann in einer anderen Situation. Aber die Erkenntnis darf kommen.
Wenn ich das nicht erkenne, wird das System immer wieder durchgespielt. Immer wieder die gleichen Situationen. Ähnliche Muster. Bis ich durchbreche.
Und das erklärt, warum ich immer wieder Sachen anziehe, die mich darauf stoßen. Die mir das sichtbar machen.
Gleichzeitig — in dem Moment, wo es mich ärgert — denke ich: So krass.
Danke.
Wie demütig ich bin für die Erkenntnis. Und für die Rolle, die jemand anderes eingenommen hat, um mir den Spiegel aufzusetzen. So nach dem Motto: „Hey, ich glaube, du bist da gerade wieder abgerutscht in einen alten Organismus. Aber rausgehen — das geht. Weiter. Gehen wir zu dir. In eine eigene Struktur.“
Wie geht es jetzt weiter? Was mache ich? Wie setze ich das um?
Was darf auch im Flow liegen — Sachen setzen, Strukturen bauen, das, was ich kann und liebe — und gleichzeitig dieses innere, tiefe Bedürfnis leben, nicht nur darauf reduziert zu werden?
Wie wirke ich darüber hinaus?
Wie können Angebote aussehen, die mir trotzdem vertraute Sicherheit geben? Es muss ja auch vertraut sein. Aber es darf trotzdem neu sein. Es darf zurückkommen zu mir, ohne dass ich dem hinterherrechne.
Darf ich dann kein Geld mehr verdienen?
Nein, das ist es nicht. Aber ich weiß nicht, was es ist.
Und dann habe ich jemanden gefragt.
Sabine — Kinesiologin, spirituell arbeitend und eine Kundin, die mich und meine Arbeit kennt. Ich habe ihr erzählt, was mich gerade umtreibt. Und was sie mir zurückgespiegelt hat, arbeitet in mir weiter.
Sie sagte: „Du könntest die Strippen gar nicht ziehen, wenn du nicht energetisch arbeiten würdest. Häufig wahrscheinlich, ohne dass du das spürst. Und noch viel weniger ist es für deine Kundinnen sichtbar.“
Und dann stellte sie eine Frage, die mich seitdem nicht loslässt: „Muss das sichtbar sein?“
Und sie hat einen Begriff benutzt, den ich selbst nicht gefunden hätte, der aber sofort saß: bodenständige Spiritualität. Kein Räucherstäbchen-Schwingen, kein Glöckchen am Schuh. Aber auch kein Verstecken. Sondern: Es fließt ein, ohne dass die Kundin unterm Lindenblütenbaum meditieren muss. Die Erlaubnis, dass es da sein darf — weil es sowieso schon da ist.
Was mich daran so trifft: Ich habe die ganze Zeit gefragt, wie ich diesen Teil von mir sichtbar mache. Und vielleicht ist die Antwort: Er ist schon sichtbar. Nur nicht so, wie ich es erwartet habe. Nicht als Schild, nicht als Positionierung, nicht als Angebot — sondern als das, was zwischen den Zeilen passiert, wenn ich mit einem Business arbeite. Dieses Reinzoomen bis ins Detail und dann wieder Rauszoomen aufs große Ganze — das ist nicht nur Analyse. Da fließt etwas anderes mit. Danke für diesen Blick, liebe Sabine.
Sabine hat mir auch gesagt, dass ich genau diese Brücke bin. Zwischen der Spiri-Bubble, die Unternehmertum manchmal ablehnt, und der Business-Welt, die Spiritualität belächelt. Und dass genau diese Brücke wertvoll ist — gerade weil sie nicht laut ist.
Danke, Sabine. Für deine Worte, deine Ehrlichkeit und dafür, dass du mir etwas zurückgespiegelt hast, das ich noch nicht sehen konnte. Wer eine Kinesiologin sucht, die genauso bodenständig arbeitet, wie sie redet — und die auch in Kinesiologie ausbildet — ist bei Sabine und ihrer EntWicklungsQuelle richtig aufgehoben.
Das sind grobe Gedanken, die ich mir heute mache. Ich habe keine Antwort darauf. Aber sie dürfen jetzt einfach mal hier — in diesen Worten — in die Welt.
Und ich gucke, was passiert.




